Ninjutsu

Ninjutsu wird heute als Oberbegriff für Kampfkünste in den sogenannten Ninjutsu-Organisationen Bujinkan, Genbukan und Jinenkan verwendet. Historisch betrachtet handelt es sich um einen Begriff für die Kunst der Spionage der japanischen Shinobi. Diese Kunst beinhaltete Methoden der Informationsbeschaffung und Aufklärung über feindliche Truppen. Eine klare Definition für den Begriff gibt es nicht, weswegen es immer wieder zu Kontroversen kommt.

Seminar mit Kacem Zoughari, Juli 2015
Seminar mit Kacem Zoughari, Juli 2015

Viele der alten Bestandteile der Kunst dienten dem Überleben in vergangenen Zeiten, also unter völlig anderen Umständen als heute. Daher wird heute Vieles nicht mehr gelehrt. Es hat seine Relevanz verloren, oder wurde durch andere Aspekte ersetzt. Wie sinnvoll es ist, sich mit allen traditionellen Inhalten auseinanderzusetzen, ist Teil des Diskurses über Ninjutsu. Fest steht: Kern dieser Kunst war seit jeher das Überleben  - jetzt kann sich jeder selbst entscheiden, was für ihn in dieser Hinsicht relevant ist. In diesem Bereich gibt es zum Glück kaum noch geheimes Wissen. Aber was ist schon Wissen ohne Können?

Am Ende das Tages werden Reiten, Bogenschießen und Blendgranaten-Bauen nicht den Unterschied machen. Entscheidend werden die richtige Geisteshaltung und Handlungskultur sein - und die müssen über Jahre geformt werden. Die Kampfkunst ist ein Weg das zu erreichen, aber bei weitem nicht der Einzige.

Wenn man den Weg der Kampfkunst geht, muss man sich ein paar Schritte entfernen, um das ganze Bild erfassen zu können und seinen Fokus von dem martialischen Kampf von Mann gegen Mann nehmen zu können. Die Obsession, möglichst stark sein zu wollen, macht schwach, denn sie reduziert alle Bemühungen auf diesen einen Aspekt.  Wer von dieser Emotion kontrolliert wird, kann noch so stark sein und wurde doch längst besiegt.